Kolumbus hat sich voll verfahren!

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Music Clip

Songtext

Global New Generation, 2021

Kolumbus hat sich voll verfahren

Ein Mann der sich Kolumbus nannt, Widewidewitt bum bum.
Der wurd’ durch so ein Lied bekannt, Widewidewitt bum bum.
Doch was ist daran wirklich wahr? Weißt Du genau was da geschah?
Gloria, Viktoria, Kolumbus hatte großes im Sinn:
Gloria, Viktoria, wenn ich erst König von Indien bin!

Deal mit dem spanischen Königspaar, Widewidewitt bum bum.
Doch sie wollten nie nach Amerika! Widewidewitt bum bum.
Den Weg nach Indien suchten sie.
Denn Indien wäre eine super Kolonie!
Gloria, Viktoria, ja was ist denn nun wirklich wahr?
Gloria, Viktoria, wer weiß genau was da geschah?

[PAUSE]

Gesagt, getan, 90 Mann, ein Wort, Widewidewitt bum bum.
Auf drei Schiffen segelten sie fort, Widewidewitt bum bum.
Und eines Morgens schrie er: „Land”
Indien – Das hab ich gleich erkannt“
Gloria, Viktoria, Kolumbus hat sich voll verfahren.
Gloria, Viktoria, davon durfte niemand erfahren!

Wer ist dieser weiße Mann, Widewidewitt bum bum.
Steckt seine Flagge in den Sand, Widewidewitt bum bum.
Vielleicht ist er ein netter Mann. Willkommen hier in diesem Land.
Herzlich Willkommen, kommt trinkt mit uns, ihr seid ganz blass.
Herzlich Willkommen, setzt euch zu uns und esst schnell was!

Mit der Bibel in der Hand, Widewidewitt bum bum.
Für das Königs Vaterland, Widewidewitt bum bum.
Plötzlich überall Geschrei, die Fremden schossen laut mit Blei
Oh ich bin ganz traurig, meine Brüder haben sie entführt!
Oh ich bin ganz traurig, Mama, was ist hier passiert?

[PAUSE]

Kolumbus was hast du dir gedacht?!
Wie viel’ Länder hast du kaputt gemacht?
Kolumbus dacht’ er wäre ein Held,
Doch ihm gings nur um Macht und Geld.

Oh ich bin ganz traurig, ich denk an das was früher war.
In der Schule falsch erzählt, geglaubt hab ich´s beinah.

Ausmalbid

Amerika

Amerika ist ein riesiger Kontinent.
Schon seit etwa 15.000 Jahren leben dort viele verschiedene Völker mit eigenen Sprachen, Kulturen und Lebensweisen.

Viele dieser Völker wissen: Die Erde gehört nicht uns Menschen. Wir sind ein Teil der Natur – und darum sollten wir gut mit ihr umgehen und sie schützen.

Die „West Indies“ sind Inseln in Nordamerika.
Diesen Namen bekamen sie von einem Seefahrer, der dachte, er wäre in Indien gelandet. Das war ein Fehler. Aber der Name blieb – weil die Geschichte lange nur von Europäerinnen und Europäern aufgeschrieben wurde. Sie haben oft so getan, als ob nur ihre Sicht zählt. Dabei haben sie viele Geschichten der Menschen, die dort schon lange lebten – der Indigenen – einfach übergangen oder gelöscht.

Im Jahr 1492 kamen spanische Seefahrer nach Amerika.
Nach einer langen und gefährlichen Reise auf dem Meer erreichten sie die Küste. Die Menschen, die dort lebten, begrüßten sie freundlich und gaben ihnen Essen und Hilfe.

Die Spanier waren sehr schwach: Sie waren hungrig, krank und müde. Manche Menschen dort haben sich sogar bei ihnen angesteckt und wurden auch krank.

Obwohl die Spanier nicht die ersten Besucher waren, taten viele Europäer später so, als hätten sie Amerika entdeckt. Sie wurden als „Entdecker“ gefeiert – aber die Menschen, die dort schon lange lebten, wurden oft vergessen.

So sahen Menschen die damals in Nord Amerika lebten

So sahen Menschen die damals in Süd Amerika lebten

Kolumbus sagte, dass ihn ein Volk namens „Taíno“ freundlich empfangen hätte.
Danach nannte er einfach alle Menschen, die dort lebten, „Taíno“.
Aber das stimmte nicht! Die Taíno waren nur eine Gruppe von vielen.

Im Jahr 1492 lebten in den sogenannten „West Indies“ etwa 300.000 Menschen – manche Schätzungen sagen sogar eine Million!
Diese Menschen waren in fünf große Gruppen organisiert.
Einige Dinge hatten sie gemeinsam – zum Beispiel sprachen viele von ihnen Arawakische Sprachen.
Aber jede Gruppe hatte ihre eigene Kultur, ihre eigenen Namen und ihre eigene Geschichte.

Das I-Wort

Warum wollen die Indigenen Amerikas nicht „Indianer“ genannt werden?

„Indianer“ ist ein Name, den sich die Indigenen Völker nicht selbst gegeben haben.
Es ist ein Fremdwort, das von den Kolonialisten erfunden wurde.

Christoph Kolumbus wollte eigentlich nach Indien segeln, um für die spanische Königin Gold und Gewürze zu finden.
Als er dann Land sah, dachte er, er sei in Indien angekommen.
Er hat sich geirrt – aber trotzdem nannte er die Menschen dort einfach „Indianer“ (weil er dachte, er sei in „Indien“).

Doch die Menschen, die dort lebten, hatten ihre eigenen Namen, eigene Sprachen und eigene Kulturen!

Auch der Kontinent hieß damals noch nicht Amerika.
Es gab keinen gemeinsamen Namen für das Land – denn viele verschiedene Völker lebten dort, und jede Nation hatte ihre eigene Bezeichnung für ihr Zuhause.

Schaut euch mal die Karte an!

Früher lebten auf dem Kontinent, den wir heute Amerika nennen, viele verschiedene Völker. Jedes dieser Völker hatte sein eigenes Land, seine eigene Sprache und seine eigenen Regeln. Sie wollten nicht alle gleich genannt werden, denn sie waren sehr verschieden.
Stellt euch mal vor, jemand kommt zu euch nach Hause und sagt einfach: „Ab heute heißt ihr anders!“ Das wäre ganz schön frech, oder?

Wenn wir also über die Menschen sprechen, die damals dort lebten, sagen wir lieber „Indigene Amerikas“ oder auf Englisch „Native Americans“.

Die Kulturen dieser Menschen waren ganz unterschiedlich, weil sie in verschiedenen Gegenden lebten – in Wäldern, Bergen, Wüsten oder auf Inseln. Auch ihre Bräuche und Lebensweisen waren sehr verschieden. In vielen Kulturen war Musik ein wichtiger Teil des Alltags. Besonders oft wurden Trommeln und Rasseln gespielt, aber auch Glocken, Pfeifen, Flöten und andere Instrumente kamen zum Einsatz. Viele Tänze und Rituale hatten eine besondere spirituelle Bedeutung. Die Menschen tanzten zum Beispiel für Regen, für die Sonne, für Schutz oder um an besondere Ereignisse zu erinnern.

In manchen Kulturen glaubten die Menschen an Schamanismus. Dort gab es Medizinmänner oder Medizinfrauen, die als Mittler zwischen der Geisterwelt und der sichtbaren Welt galten. Man glaubte, dass sie Krankheiten heilen, in die Zukunft sehen oder bei wichtigen Entscheidungen helfen konnten.

Wichtig ist, sich zu merken: Die Indigenen Amerikas hatten nicht nur eine einzige Religion. Jede Nation hatte ihren eigenen Glauben, ihre eigenen Geschichten und ihre eigenen Zeremonien.

Tag der Indigenen Völker

Im Jahr 1934 erklärte der Präsident der USA den zweiten Montag im Oktober zum „Columbus Day“. Die weißen Besetzer sagten einfach, dass Amerika eine „neue Welt“ sei. Die Indigenen Amerikas wurden nicht gefragt, was sie darüber denken – sonst hätte das sicher niemand gemacht.

Aber die Indigenen Amerikas haben lange und mutig protestiert. Sie wollten, dass die Wahrheit erzählt wird: Kolumbus hat Amerika nicht „entdeckt“, sondern die Menschen dort vertrieben, getötet und ihre Sachen gestohlen.

Im Jahr 1992, zum 500. Geburtstag von Kolumbus’ Ankunft, begannen Menschen in Kalifornien damit, den „Columbus Day“ durch den „Tag der Indigenen Völker“ zu ersetzen, auf Englisch „Indigenous Peoples Day“. Dieser Tag erinnert daran, dass schon lange vor Kolumbus viele Menschen in Amerika lebten und bis heute dort leben.

Man nennt den Tag auch First Peoples Day, National Indigenous Peoples Day oder Native American Day. Er ist wichtig, weil so die ursprünglichen Bewohner Amerikas endlich geehrt und anerkannt werden.

Leider feiern aber auch heute noch manche Menschen den „Columbus Day“ und vergessen dabei die Geschichte der Indigenen.

Die Referentin

Ich heiße Naeemah Siemsen, bin 27 Jahre alt und eine Sängerin aus Berlin. Seit April letzten Jahres bin ich bei Global New Generation tätig, und davor ehrenamtlich dabei gewesen. Die Themen die wir hier bearbeiten sind mir sehr wichtig. Ich finde einen Perspektivenwechsel ist sehr bedeutsam, um die Wahrheit unserer Weltgeschichte sichtbar zu machen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Veränderungen gut zu leben.

Förderung

Wir danken für die freundliche Unterstützung.
Für die Inhalte der Publikationen ist allein die bezuschusste Institution verantwortlich.

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Quellen

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https://indigenousfoundations.arts.ubc.ca/the_residential_school_system/

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https://www.survivalinternational.de/artikel/3560-hunderttausende-indigene-kinder-leben-heute-rund-um-den-globus-in-internaten

https://www.orangeshirtday.org/about-us.html

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https://countercurrents.org/2021/07/1100-children-graves-in-canada-found-queen-elizabeth-ii-and-victoria-statues-toppled-7-churches-lighted/

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https://en.wikipedia.org/wiki/American_Indian_boarding_schools

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https://www.nationalgeographic.com/history/article/meet-survivors-taino-tribe-paper-genocide

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