WOHER KOMMST DU?

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VIDEO: WOHER KOMMST DU?

ALLTAGSRASSISMUS; POSITIVER RASSISMUS , RACIAL PROFILING

Woher kommst du?

Nein, woher kommst du wirklich? Auf Geburtstagsfeiern, Vorstellungsgesprächen, in Schulen und überall, wo du als BiPoC in Deutschland hingehst… 

“Du kannst bestimmt gut singen?“. ,,Wow du sprichst gut Deutsch !“ 

Alltagsrassismus hat viele Gesichter.
Menschen, Nationen, Ethnien, Kulturen und/oder Rassismus-Konstruktionen – alles muss in Schubladen eingeordnet werden.

Othering – Menschen werden in Gruppen eingeteilt: ,,wir“ und ,,die anderen“ – Negativbewertungen. “Sie sind unzivilisiert, sie sind anders.” 

Es ist wichtig Alltagsrassismus zu benennen. Dabei spielt auch der Positive Rassismus eine wichtige Rolle. 

Der Positive Rassismus ist stark durch Stereotypen geprägt. Aus psychologischer Sicht wissen wir, dass der Mensch viele Schubladen in seinem Kopf hat.
Diese Schubladen machen uns das Leben einfacher. Wenn ich eine Schere in die Hand nehme, werde ich nicht darüber nachdenken müssen, welche Bewegungen ich ausführen muss um zu schneiden. Ich schneide einfach darauf los. Genauso  sind aber auch Stereotypen und Vorurteile ,,geistige Schubladen“.

Bereits ab etwa drei Jahren beginnen Kinder damit, Menschen in Gruppen einzuteilen,– vor allem über die äußerlichen Merkmale wie Geschlecht, Haarfarbe und Hautfarbe. Schon in diesem Alter wird die besonders vertraute Gruppe, der Menschen zu denen man gehört, ein bisschen besser beurteilt. Sie ist schließlich wie man selbst, ähnlich im Aussehen, Essen, Rituale etc.. In Studien zeigen Forscher*innen, dass im Gehirn die Regionen für Furcht und Flucht besonders aktiv sind, wenn Teilnehmer*innen Bilder von Menschen anderer Ethnien sehen. Bei Angehörigen der eigenen Gruppe zeigen sich diese Aktivitäten nicht. 

Ein Stereotyp verallgemeinert und vereinfacht. Zum Beispiel: Deutsche sind immer pünktlich, Männer lieben Fußball und Autos, Frauen denken nur ans Shoppen. 

Immer wenn wir Menschen begegnen, denken wir in solchen Stereotypen und Kategorien. Das erleichtert die Wahrnehmung – und ist im Grunde nichts Negatives. Das Problem: Meist kommen zum Stereotyp negative Bewertungen hinzu. Das führt zu vorgefertigten Meinungen. Dadurch werden ‚andere‘ in Schubladen gesteckt, aus denen sie nur schwer wieder herauskommen. 

Positiver Rassismus versteht die Zuteilung rassistischer ,,positiver’’ Vorurteile. Beispiele für Positiven Rassismus stellt zum Beispiel das Zuschreiben besonderer mathematischer Kenntnisse an asiatisch gelesene Menschen oder besondere rhythmische Fähigkeiten an Schwarze Menschen. Dieser Positive Rassismus betrifft viele Lebensbereiche Betroffener, die von Intelligenz bis zur Sexualität reichen. Hinter dieser Form des Rassismus verbirgt sich eine Diskriminierungsstruktur. Viele fühlen sich auch sehr stark unter Druck gesetzt, den Erwartungen der Umwelt gerecht zu werden. Manchmal werden individuelle Interessen deswegen nicht verfolgt. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig Rassismus zu benennen, unabhängig davon welche ,,Intention’’ hinter so einem vermeintlichen Kompliment steckt. 

Eine weitere Stereotyp-basierte Form des Rassismus stellt das Racial Profiling dar. Profiling meint zielgerichtetes Kategorisieren von Menschen. Kategorisierung ist das Zuordnen von Menschen zu Gruppen wie zum Beispiel: Geschlecht, Alter, soziale Schicht, Ethnie, Subkultur, soziale Rolle, sexuelle Orientierung etc.. Viele Institutionen (einem bestimmten Bereich zugeordnete gesellschaftliche, staatliche, kirchliche Einrichtungen )greifen auf diese Methode zurück. Ein Beispiel ist die Polizei. Dort kann es wie folgt aussehen: Menschen werden anhand verschiedener Kriterien wie ethnische Herkunft, nationale Herkunft oder Religion eingeordnet und aufgrund dessen, vermehrt kontrolliert und anders behandelt. Wer sich mit dem Thema Polizeigewalt, Rassismus und Racial Profiling auskennt, weiß, dass es der institutionelle Rassismus keineswegs harmlos, sondern sehr gefählich ist. Spätestens an diesem Punkt dürfte klar sein; Rassismus ist eine gesellschaftliche Struktur, die nicht individualisiert werden darf.

VIDEO: RACIAL PROFILING

TESTE DICH SELBST

Welche der folgenden Aussagen ist nicht rassistisch:

ÜBER UNSERE REFERENT*IN

Seit 2009 bin ich im Verein Global New Generation Berlin eV tätig. Angefangen habe ich als Kind, welches in den Musicals und in den Workshops aktiv gewesen ist. Rassismus war von Anfang an ein stabiler Begleiter in meinem Leben. Die Teilnahme an den Angeboten des Vereins haben mich überzeugt und mir viele Wege aufgezeigt, wie ich damit umgehen und mich wehren kann. Mit 22 Jahren habe ich mein erstes Projekt geschrieben und gelernt, wie ich meine Fähigkeiten nutzen kann, um anderen Menschen zu helfen. Das jüngste Projekt war eines, was die Thematik Rassismus aufgreift und Aufklärungsarbeit leistet. Ich habe selbst schon viel rassistische Gewalt erlebt und auch schon einen Vorfall der vor die Gerichte ging.Ich habe Kontakt zu Zeitungen aufgenommen, habe Interviews im deutschen sowie auch im türkischen Fernsehen zu dieser Thematik gegeben, Vorträge gehalten und auch eigene Artikel geschrieben. Mein Motto lautet: schweige nie, denn wenn du schweigst hast du verloren. Heute sitze ich mit Stolz im Vorstand dieses Vereins und kann so aktiv helfen.

QUELLENANGABEN

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