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VIDEO: DON´T TOUCH MY HAIR/ FASS MEIN HAAR NICHT AN
Die in dem Video dargestellte Situation ist vielen bekannt. „Darf ich mal deine Haare anfassen? … Ich habe noch nie solche Haare angefasst,“ und „wollte sie immer mal berühren.“ Manche Leute fragen noch nicht einmal. Sie fassen deine Haare an, als sei es ihr Recht. Entsetzung ist ihre Reaktion, wenn du das ablehnst oder es wagst, sie als rassistisch zu betiteln. „Es war ja nur Spaß. Reagier doch nicht so über!“, ist die übliche Reaktion.
TESTE DICH SELBST
Hattest du schon mal folgende Gedanken, nachdem du jemandem auf sein rassistisches Verhalten aufmerksam gemacht hast:
Trifft einer oder mehrere dieser Punkte auf dich, dann bist du höchstwahrscheinlich schon mit Racial Gaslighting manipuliert worden. Plötzlich stellst du dich selbst und deine Antworten in Frage. Du bist nicht mehr sicher, was wirklich rassistisch ist. Es ist erstmal wichtig zu verstehen, dass das Problem NICHT du bist. Im Folgenden erfährst du mehr über diese Thematik.
Meine Anwesenheit in Deutschland wird als selbstverständlich angesehen und
niemand wundert sich über meine Deutschkenntnisse
Ich kann zu spät zu Treffen kommen ohne, dass das als Zeichen für mein ‚weißsein’ gedeutet wird.
Ich werde nicht darauf aufmerksam gemacht, dass meine Körperform/Geruch meine Hautfarbe repräsentieren.
Wenn ich eine Wohnung oder einen Job suche, ist meine Hautfarbe kein Hindernis.
Puppen, Postkarten, Bilderbücher, Schulbücher und co. bekomme ich ganz leicht mit Menschen meiner Hautfarbe abgebildet.
Wenn ich mit einer hauptverantwortlichen Person sprechen möchte, hat sie ziemlich sicher meine Hautfarbe.
Ich werde nicht ständig nach meiner Herkunft gefragt.
Ich werde nicht von klein auf anders behandelt, bekomme keine ‚Spitznamen‘, die auf meiner Hautfarbe basieren.
Ich habe die Wahl, mich mit Rassismus auseinander zu setzen, wenn ich möchte.
Ich hatte noch nie Probleme wegen meiner Hautfarbe einen Club, Bar oder eine Veranstaltung zu besuchen.
Es gibt noch viele weitere solcher Beispiele. Eines haben sie allerdings gemeinsam,- sie sind weiße Privilegien. Aktuelle Vorteile, die du aufgrund deiner angeborenen Hautfarbe hast. Oft werden diese auch mit Unsichtbarkeit beschrieben, da sich Menschen, aufgrund der Selbstverständlichkeit dieser Privilegien, überhaupt nicht über deren Existenz bewusst sind. Natürlich gibt es, wenn man weiter zurückschaut, noch weitere Vorteile solcher. Ein Beispiel ist nicht nur ‚keine Versklavung‘, sondern auch ‚der Herrenrasse anzugehören‘ usw. Informiere dich zu diesem Thema.
VIDEO: WAS GUCKT IHR SO?
NEIGE ICH ZU WHITE FRAGILITY?
Du bist kein Rassist, du hasst Nazis.
Du siehst nicht ein, warum du jetzt Schokoküsse sagen solltest.
Du forderst, dass umgehend aufgehört wird mit dir über Rassismus oder Diskriminierung zu sprechen.
Du setzt dich in Organisationen ein und kannst deshalb nicht rassistisch sein.
Du bist entsetzt, du bist sauer, wenn man dich auf weiße Zerbrechlichkeit anspricht.
Du hast doch schwarze Kinder/oder Partner:in.
Rassismus hat überhaupt nichts mit dir zu tun!
Du verstehst nicht warum man dir sowas vorwirft.
Du hast viele Freunde, die ,,nicht-deutsch“ sind.
Du liebst doch die Kultur und das Essen.
Nutzt Du eines oder mehrere dieser Argumente, wenn dir Rassismus vorgeworfen wird, trägst du White Fragility in dir. Das heißt jetzt nicht, dass du ein böser Mensch bist oder ein Neonazi. Du bist in einem rassistischen System großgeworden, und deshalb bist du rassistisch sozialisiert. Wichtig ist, dass du Rassismus als reales System erkennst. Höre auf Rassismus zu individualisieren. Rassismus muss als Norm und nicht als Abweichung verstanden werden. Informiere dich zu diesem Thema. Entschuldige dich. Sei offen, Neues dazuzulernen. Nimm Feedback an.
ÜBER UNSERE REFENT*IN
Seit 2009 bin ich im Verein Global New Generation Berlin eV tätig. Angefangen habe ich als Kind, welches in den Musicals und in den Workshops aktiv gewesen ist. Rassismus war von Anfang an ein stabiler Begleiter in meinem Leben. Die Teilnahme an den Angeboten des Vereins haben mich überzeugt und mir viele Wege aufgezeigt, wie ich damit umgehen und mich wehren kann. Ich habe selbst schon viel rassistische Gewalt erlebt und auch schon einen Vorfall der vor die Gerichte ging. Ich habe Kontakt zu Zeitungen aufgenommen, habe Interviews im deutschen sowie auch im türkischen Fernsehen zu dieser Thematik gegeben, Vorträge gehalten und auch eigene Artikel geschrieben. Mein Motto lautet: schweige nie, denn wenn du schweigst hast du verloren.Mit 22 Jahren habe ich mein erstes Projekt geschrieben und gelernt, wie ich meine Fähigkeiten nutzen kann, um anderen Menschen zu helfen. Das jüngste Projekt war eines, was die Thematik Rassismus aufgreift und Aufklärungsarbeit leistet.Heute sitze ich mit Stolz im Vorstand dieses Vereins und kann so aktiv helfen.
QUELLENANGABEN
DANKSAGUNGEN
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